Spee wurde am 25. Februar 1591 in Kaiserswerth, Düsseldorf, geboren, trat 1610 dem
Jesuitenorden bei und wurde 1621 zum Priester geweiht. Er lehrte als Professor in
Paderborn, Köln und Trier und wurde 1627/28 nach Würzburg beordert, um dne zum Tode
verurteilten "Hexen" die Beichte abzunehmen.
Spee, der Frauen weniger abschätzig betrachtete als seine Zeitgenossen, hatte die
Mechanismen der Hexenverfolgung erkannt. Das Hauptübel war die Folter, denn die
Gepeinigten, die in ihrer Not alles gestanden, mußten stets weitere Namen nennen. Als
1629 ein Attentat auf ihn verübt wurde, von dessen Folgen er sich einige Monate erholen
mußte, schrieb er in dieser Zeit seine flammende Anklage gegen den Hexenwahn, die
Prozesse und Folter ("Cautio Criminalis").
Sie erschien 1631 anonym und war der erste Anstoß, dem Treiben ein Ende zu machen. In
der gleichen Zeit schrieb er auch das "Güldene Tugend-Buch" und viele Gedichte.
Sie behandeln nach dem Vorbild des biblischen Hohenliedes in Form von Schäferlyrik zart,
gefühlvoll und ohne Bindung an eine Konfession das Thema der Jesusliebe, enthüllen aber
auch Spees starke Liebe zu den Menschen.
Sie erschienen postum zusammengefaßt als "Trutz-Nachtigall". Nach seiner
Genesung setzte Spee seine Lehrtätigkeit fort und arbeitete für die Gegenreformation in
Westfalen. Am 7. August 1635 starb Spee in Trier, nachdem er sich bei der Pflege von
pestkranken Soldaten angesteckt hatte.
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