Der Reichsfreiherr wurde am 25. Oktober 1757 als jüngerer Sohn eines kurfürstlich
mainzischen Geheimen Rats in Nassau geboren und studierte Jura, Geschichte und
Kameralwissenschaften in Göttingen. 1780 trat er in den preußischen Staatsdienst als
Oberbergrat ein und leitete später das Bergwesen in Westfalen, wurde 1796 Oberpräsident
der Kammern aller bisdahin preußischen rheinisch-westfälischen Gebiete, 1803 auch der
von Münster und Hamm.
Steins herausragende finanzpolitischen Leistungen als Minister für Handel, Wirtschaft
und Finanzen in den nächsten drei Jahren (1804-07) wurden überschattet vor allem von dem
Scheitern der Einführung eines verantwortlichen Ministeriums. 1807/08 setzte Stein als
leitender Minister epochale Reformen durch: Der Befreiung der Bauern von Abgabenlast und
Feudaluntertänigkeit (1807) folgte 1808 eine liberale, auf dem Prinzip der
Selbstverwaltung fußende Städteordnung.
Allerdings scheiterte Stein bei weitergehenden Vorschlägen wie der Schaffung einer
nationalen Ständevertretuung. Durch eine Ungeschicklichkeit wurde Napoleon gegen Stein aufgebracht und, dieser mußte sein
Amt abgeben. Stein fand in Österreich und Rußland Zuflucht und bewirkte 1813 das
preußisch-russische Bündnis gegen Napoleon.
Auf dem Wiener Kongreß trat er als russischer Berater in Erscheinung. Nach 1815 lebte
Stein zurückgezogen. 1819 war er führend an der Gründung der "Gesellschaft für
ältere deutsche Geschichtskunde" beteiligt, die sich durch die Herausgabe der
Quellensammlungsreihe "Monumenta Germaniae Historica" auszeichnete.
Freiherr vom Stein starb am 19. Juni 1831 in Cappenberg.
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