Der 1692 oder 1698 in Heidelberg geborene Joseph Süß-Oppenheimer sanierte als
Finanzier die Staatskasse des bankrotten Herzogs Karl Alexander von Württemberg
(1733-37). Oppenheimer führte Steuern auf Beamtengehälter ein, gründete eine Tabak-,
Seiden- und Porzellanmanufaktur und rief die erste Bank Württembergs ins Leben.
Gegen hohe Zahlungen übertrug er das Recht zum Salz-, Leder- und Weinverkauf an
jüdische Glaubensbrüder. Da er an seinen Geschäften auch immer selbst beteiligt war,
wurde er außerordentlich reich und zog sich wegen seiner rigiden Geldpolitik den Haß der
Landesbeamten und wohlhabenden Bürger auf sich.
Nach dem Tod Karl Alexanders wurde er verhaftet, des Betrugs und der Selbstbereicherung
angeklagt, ohne Schuldbeweis 1738 zum Tode verurteilt. In einem Käfig stellte man ihn vor
der Hinrichtung zur Schau und versprach ihm die Begnadigung, wenn er zum Christentum
übertreten würde.
Doch Süß-Oppenheimer lehnte ab und wurde am 4. Februar 1738 hingerichtet. Sein
Schicksal haben Wilhelm Hauff in einer Novelle und Lion
Feuchtwanger in einem Roman bearbeitet.
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