Heinrich von Treitschke (1834 bis 1896 nach Christus)
Wortführer der Nationalisten.
Treitschke kam am 15. September 1834 als Sohn eines sächsischen Generalleutnants zur
Welt. Seit 1863 Inhaber von Lehrstühlen in Freiburg, Heidelberg, (1867), Berlin (1874),
wurde er 1885 offiziöser Hofhistoriograph des preußischen Staates. In den letzten Jahren
seiner wissenschaftlichen Tätigkeit durch fast vollständige Taubheit behindert, glänzte
Treitschke lange Zeit als Rhetoriker und Stilist.
Seine anfänglich liberale Einstellung wich immer mehr einer Verherrlichung der
preußischen Staatsidee und auch des Reichskanzlers Otto von
Bismarck. Der scharfe Gegner der Sozialdemokratie ("Der Sozialismus und seine
Gönner", 1879) und eifrige Antisemit ("Ein Wort über unser Judentum",
1880) propagierte die Ideale des staatstragenden Bildungsbürgertums, zuerst als
Nationalliberaler (1871-78), dann als parteiloser Abgeordneter (1878-84) im Reichstag,
aber auch in dem epochalen Werk "Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert"
(1879-94).
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