Ulrich von Lichtenstein (1200 bis 1276 nach Christus)
Der Exzentriker unter den Minnesängern.
Der um 1200 geborene mittelhochdeutsche Dichter entstammte einem vornehmen
steiermärkischen Geschlecht und erhielt seine ritterliche Ausbildung am Hof der
Markgrafen von Istrien. Von 1221-41 zog Ulrich von Lichtenstein als Minnesänger und
Turnierreiter durch die Lande, anschließend bekleidete er hohe Ämter als Truchseß der
Steiermark, Landesrichter und Landeshauptmann. Im Gefolge Ottokar II. und Rudolfs von
Habsburg nahm er an Feldzügen gegen Ungarn teil und war mit diplomatischen Missionen
betraut. 1265 wurde er wegen Hochverrats zu zwei Jahren Haft verurteilt.
Seine rund 60 Minnelieder sind in den autobiographischen Versroman
"Frauendienst" (1255) eingefügt, der einen einzigartigen Einblick in die
teilweise grotesken Formen des Minnedienstes sowie im Geschmack und Verhalten der
höfischen Gesellschaft gewährt.
Das zwei Jahre später verfaßte "Frauenbuch" ist ein Klagedialog zwischen
einem Ritter und einer Dame über den Verfall ritterlicher Zucht und höfischer Sitte.
Ulrich von Lichtenstein starb um 1276 auf seinem Stammsitz.
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