Paul Ambroise Valéry (1871 bis 1945 nach Christus)
Der dichtende Denker.
Obwohl er nicht Deutsch verstand, fühlte er sich als "Wahlverwandter"
Goethes : Valéry, geboren am 20. Oktober 1871 in Sète als Sohn eines Korsen und einer
Italienerin, veröffentlichte während seiner Militärzeit erste Gedichte, angeregt durch
Freundschaft mit impressionistischen Malern wie Degas und symbolistischen Dichtern wie
Mallarmé. Diese schon formvollendete Lyrik fand zunächst keine Fortsetyung, da sich
Valéry in den beiden Jahrzehnten nach 1895 theoretischen Problemen der Kunst und Kultur
zuwandte.
Erst 1917 erschien mit der Dichtung "Der junge Parze" ein weiterer Lyrikband.
1920 folgte "Der Friedhof am Meer", ein Werk, das Rilke `bersetyte und damit
Valéry einem breiteren deutschen Publikum bekannt machte. Dabei ist dessen "Poésie
pure" (reine Dichtung) ganz anders als Rilkes, streng durchkonstruiert und auf
rationale Erkenntnis aus, wie er es in der Studie "Zur Theorie der Dichtkunst"
(1938) darlegte.
1925 in die Académie Française gewählt und 1937 zum Professor für Poetik ans
Collège de France berufen, wurde Valéry zu einer europäischen Kulturinstitution ersten
Ranges. Bei seinem Tod am 20. Juli 1945 in Paris wurde Staatstrauer angeordnet.
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