Die am 17. Juli 1860 in Trier geborene Tochter eines Oberregierungsrates verbrachte
ihre Jugend in Düsseldorf und auf dem Lande in Westpreußen, bevor sie 1883 ein
Gesangsstudium an der Berliner Musikhochschule begann. Wegen ihrer 1896 geschlossenen Ehe
mit dem jüdischen Verlagsbuchhändler Th. Cohn war sie schweren Verfolgungen während des
Dritten Reiches ausgesetzt. Seit 1942 lebte sie im schlesischen Mittelwalde und ließ sich
nach der Vertreibung 1946 wieder in Berlin nieder, wo sie in sehr bescheidenen
Verhältnissen am 31. Juli 1952 starb.
Erstes Aufsehen erregte sie durch ihre nachnaturalistische Novelle "Kinder der
Eifel" (1897) und den Roman "Das Weiberdorf" (1900), in denen sie durch
stimmungsvolle Landschaftsbeschreibungen und realistische Skizzierung einfacher
Frauencharaktere brillierte. In ihren Berliner Romanen wie "Das tägliche Brot"
(1900), "Einer Mutter Sohn" (1929) stehen soziale Probleme, Milieustudien und
die Stellung der Frau im Vordergrund. Ihre stark von Emile Zola
beeinflußte bürgerlich- humanistische Grundhaltung bestimmt auch das weit weniger
erfolgreiche dramatische Werk.
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