Der unbequeme Gigant rieb sich in Mittelmäßigkeit auf.
Der Regisseur und Schauspieler, am 6. Mai 1915 in Kenosha, Wisconsin, geboren, war nach
seinem Studium zunächst als Journalist tätig, ehe er während eines Irlandaufenthaltes
1931 zum Theater kam. Zurückgekehrt in die USA, machte er als Leiter mehrerer Theater mit
ungewöhnlichen Inszenierungen Furore, berühmt wurde er jedoch mit einer Hörspielversion
von H.G Wells "Krieg der Welten", die durch ihren
Realismus in New York eine Panik auslöste.
Der junge Regisseur wurde daraufhin nach Hollywood eingeladen, wo er 1941 sein
Meisterwerk "Citizen Kane" fertigstellte, ein Film, der immer dabei ist, wenn es
darum geht, die zehn besten Filme der Welt zu nennen. Da der Film jedoch nicht den
erwarteten Kassenerfolg brachte, setzten die Studios den unbequemen Welles immer mehr
unter Druck und entließen ihn bereits Mitte der 40er Jahre. In den folgenden Jahren war
er gezwungen, mit Auftragsarbeiten oder mittelmäßigen Rollen als Schauspieler das Geld
für seine freiproduzierten Filme zu verdienen. Seine Darstellungen etwa in "Der
dritte Mann" (1949) oder "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" (1967) hoben sich
positiv aus der Masse heraus.
Welles produzierte und inszenierte unter anderem zwei Shakespeare-Verfilmungen,
"Macbeth" (1948) und "Othello" (1951), sowie den klassischen
"Film noir": "Im Zeichen des Bösen" (1958).
Trotz vieler Mißerfolge ist Welles Einfluß auf die Entwicklung des Films, vor allem
durch "Citizen Kane", von immenser Bedeutung, so zum Beispiel der Einsatz von
Weitwinkelobjektiven und Schärfentiefe anstelle von Schnitten. Er starb am 10. Oktober
1985 in Los Angeles.
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