Der Pfarrersohn aus Neckerau, am 16. August 1832 geboren, erhielt 1864 eine
medizinisch-physiologische Professur in Heidelberg. Die Arbeit dort führte ihn zur
Psychologie. Professuren in Zürich (1874) und Leipzig (1875) folgten. In Leipzig
gründete Wundt das erste Institut für experimentelle Psychologie. 1881-1904 gab er die
"Philosophischen Studien", danach die "Psychologischen Studien"
(1906-17) heraus. Die parallel ablaufenden seelischen und körperlichen Prozesse sind für
Wundt von unterschiedlicher Qualität und experimentell erforschbar.
Wundt betonte die Bedeutung des Willens und der "schöpferischen Synthese"
des Menschen in psychischen Vorgängen. In der Völkerpsychologie erforschte Wundt
Probleme überindividueller Art wie Sprache, Mythos und Sittlichkeit, die er für
eine ursprüngliche Anlage hielt. Logische und erkenntnistheoretische Arbeiten ergänzen
das Werk des am 31. August 1920 in Großbothen verstorbenen Gelehrten.
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