Noch am 11.5. warnt der sozialdemokratische Abgeordnete Karl Liebknecht vor den Folgen der deutschen Kriegsvorbereitungen. Er kritisiert insbesondere die Rolle der Industrie als kriegstreibende Kraft.
Nach dem Attentat von Sarajewo glaubt eigentlich niemand so recht an Krieg.Ein britisches Schlachtgeschwader zieht gemächlich vom Ehrenbesuch der Kieler Woche ab. Sowohl Kaiser Wilhelm II. als auch die Regierungs-Chefs von England und Frankreich fahren noch im Juli in ihre gewohnten Ferien.
Erst als Österreich in Serbien einmarschiert, ist man alarmiert. In Deutschland wird am 1.8. die Mobilmachung befohlen (mit den Unterschriften von Kaiser Wilhelm II. und Kanzler von Bethmann-Hollweg), die von der deutschen Bevölkerung mit wahrer Begeisterung aufgenommen wird. Unter den Jubelnden ist auch der spätere Gefreite Adolf Hitler.
Dem Schlieffen-Plan von 1905 folgend marschiert Deutschland am 4.8. ins neutrale Belgien ein und besetzt Luxemburg. Der Plan wird vom Chef des Generalstabes Helmuth von Moltke in wesentlichen Punkten abgeändert und mit zu schwachen Kräften in einem zu kleinen Bogen mit einem ängstlichen General von Kluck ausgeführt: Der deutsche Vormarsch bleibt schon Anfang September (5.-10.) in der Marne-Schlacht stecken.
Der Schlieffen-Plan war zudem aufgestellt worden, um einen Zweifrontenkrieg zu vermeiden, was nicht geglückt ist.
Frankreich drängt Rußland energisch zum Angriff auf Deutschland, um die eigene Kriegsfront zu entlasten. Obwohl noch nicht alle russischen Truppen aufmarschiert sind, greifen die russischen Generäle Rennenkamp am 17.8. und Samsonow am 20.8. Ostpreußen mit der 2. russischen Armee an und geraten am 23.8. bei Tannenberg in eine von Hindenburg, Ludendorff und General Francois mit der 8. deutschen Armee gestellte Falle. Bereits am 31.8. ist die Kesselschlacht zugunsten der Deutschen entschieden. Hindenburg ergreift in der Schlacht an den Masurischen Seen (Sept.) die Offensive, dringt im Okt. bis nach Warschau vor, muß sich aber am 27.10. wieder aus Polen zurückziehen. Eine russische Offensive kann er in der Schlacht bei Lodz am 15.12. abwehren.
Hier wie an der Westfront (Ypernschlacht bis Mitte Nov.) kommt es zum Stellungskrieg.
2.11. nach deutschen Marine-Erfolgen in der Nordsee erklärt England die Nordsee zum Sperrgebiet. Die Hungerblockade Deutschlands beginnt.
8.12. Kurz nach einem erfolgreichen Seegefecht am 1.11. beim südamerikanischen Coronel (Versenkung von zwei englischen Panzerkreuzern) erlebt Deutschland eine empfindliche Niederlage bei den Falklandinseln, wo der englische Admiral Fisher dem deutschen Geschwader eine Falle stellt. Der bei Coronel siegreiche Reichsgraf von Spee geht mit seinen beiden Söhnen zusammen mit den Kriegsschiffen Gneisenau und Nürnberg unter.
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Hast Du Mäuse in der Hütt'
Kannst Du singen in der Bütt.
Schleicht die Ratte erst ums Haus,
sieht die Sach' schon anders aus.
Geht die Wanze gar durchs Bett,
machts den Kohl erst richtig fett.
Wird die Motte auch zur Plage,
Ist Dein Haus schon Straßensage.
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