Die urkundlich gesicherten Ursprünge der Familie Papsdorf liegen im
heutigen Nordwestsachsen im Raum Leisnig. Mit einiger Berechtigung darf als Urheimat der
Familie der kleine Ort Papsdorf östlich von Grimma und nördlich von Leipnitz anzusehen
sein.
Bekannterweise bildeten sich in Deutschland Geschlechternamen neben vielen anderen
Kriterien aus der Herkunft einer Person aus. Das Dorf Papsdorf bei Grimma hat in seiner
Geschichte, die mit 1378 als "Popstdorf/ Pabsdorf im Registrum Dominorum Marchionum
Missnensium" beginnt, seinen Namen kaum geändert. Es liegt ihm eine ältere
slawische Form zugrunde, Popovici, deutsch Poppwitz = Pfarrersleute, die um das deutsche
Grundwort "-dorf" erweitert wurde. Jedenfalls scheidet die bei Pirna gelegene
Ortschaft Papstdorf als Herkunftort mit Sicherheit aus, die noch 1371 Bogansdorf hieß.
Bemerkenswert ist, daß bei der eigener langjährigen genealogischen Forschungstätigkeit
kaum Wandlungen des doch eher komplizierten Familiennamens festgestellt werden konnten.
Zwar wurde das "A" des häufig mundartlich zu "O" verdunkelt und die
beiden "harten" Konsonanten "P" oftmals als "weiche B"
geschrieben. In den Kirchenbüchern von Pomßen bei Leipzig hieß die Familie über
mehrere Generationen nur "Paps", später dann aber wieder korrekt Papsdorf. Noch
heute wird in sächsischen Ortschaften, wo der Name existent ist, vom "Paps"
oder "Papser" gesprochen. Spitzenahn der meisten, heute noch lebenden Namensträger ist Anthonius
Papsdorf in Röda bei Leisnig. Im Jahr 1516 bekennt er als Handfroner und Erbfischer, daß
er sein Viertelhufengut seit 23 Jahren besitzt. Geboren ist er um 1460, gestorben 1528. Ob
er ein Sohn oder Bruder des Dobernitzer Pferdners Blasius Papsdorf (* um 1440, + zwischen
1495 und 1504) ist, konnte bislang nicht bewiesen werden. Ebenso ist die Genealogie des
Grimmaer Ratsherrn Benedict Papsdorf (* um 1450, + ?) unbekannt.
Neben dem "Rödaer Ast" existiert der kleinere "Sermuther Zweig", der
mit dem Hintersässer und Halbhüfner Peter Papsdorf (* Brösen 1545, + Großsermuth 1606)
beginnt. Diverse Hinweise lassen eine enge Verwandtschaft der beiden Familien vermuten,
schlüssig konnte sie aber bislang nicht bewiesen werden. Als Forschungshypothese mag
gelten, daß Anthonius der Urgroßvater von Peter war.
In Sachsen war zumeist die Größe eines bäuerlichen Anwesens bestimmt, wirtschaftliche
Lebensgrundlage für nur eine Familie zu bilden, was sich auch im vorherrschenden
Jüngsten-Erbrecht widerspiegelt. Um den Hof möglichst lange den Eltern zu belassen, bis
der jüngste Sohn die Wirtschaft führte, hatten sich die älteren Brüder neue Existenzen
zu schaffen. Dies geschah durch Gutskäufe in der Nachbarschaft, Einheirat in solche,
Erlernen eines Handwerks oder Einschlagen der Soldatenlaufbahn, später sogar durch
Auswanderung.
Insgesamt ist bei der Familie Papsdorf ein stetiges Wandern nach Westen festzustellen, wo
mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert die großen Städte - hier
insbesondere Leipzig- einen zusätzlichen Sog ausübten.
In dieser Zeit, dem 19. Jahrhundert, sind einige nichteheliche Verbindungen von
Namensträgern Papsdorf eingegangen worden, deren lakonische Kirchenbucheinträge bislang
eine genaue Zuordnung der Nachkommen in den Familienverband verhindert haben.
Gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts setzt aber nicht alleine die allgemeine Landflucht
ein, zunehmend werden auch Sachsen und Deutschland selbst verlassen.
Heute leben Papsdorf-Familien in Europa, Afrika, Süd- und Nordamerika sowie Australien.
Der zur Verfügung stehende Raum dieser Homepage verhindert, weitere Einzelheiten oder
sogar die Gesamtheit der geleisteten Arbeit darzustellen. Es werden derzeit etwa 1500
Namensträger erfaßt, davon zirka 300 lebende Zeitgenossen.
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