Von den Karpaten zogen Ur-Slawen im Ersten Jahrtausend v. Chr. an den Dnjepr und behaupteten sich gegen die dort bereits beheimateten nördlichen Steppenvölker.
Am Handelsweg von der Ostsee zum Schwarzen Meer entstand im 9. Jhdt. n.Chr. die Kiewer Rus. Seit 988 christianisiert, entwickelte sich das Reich von Kiew zum zu seiner Zeit geographisch größten Staat Europas. Mit dessen Untergang im Mongolensturm von 1240 trennte sich die Geschichte der drei slawischen Völker der Ukrainer, Russen und Belorussen.
Von den zerstrittenen russischen Fürstentümern konnte nur Nowgorod den Angriffen der Mongolen standhalten und übernahm als russische Handelsmacht die Führungsrolle im Ostseeraum.
Das Fürstentum Moskau besiegte 1380 die Tataren der Goldenen Horde, einigte im 15. und 16. Jahrhundert die russischen Kernlande und unterwarf auch Nowgorod mit brutaler Gewalt.
Moskau übernahm die byzantinische Weltreichs- und Kaiseridee: 1547 ließ sich Iwan IV. (der Schreckliche) zum ersten 'Zaren der ganzen Rus' krönen. Er verstand Moskau als das 'Dritte Rom' (das 'Zweite Rom' war nach der zeitgenössischen Auffassung das inzwischen von den Türken eroberte Konstantinopel gewesen).
Mit Iwan IV. begannen die bis heute anhaltenden Expansionsbestrebungen des Russischen Reiches.
Seine Eroberungszüge (Kasan, Wolgagebiete bis zum Kaspischen Meer und über den Ural nach Osten) wurden erst 1583 durch das Eingreifen von Schweden und Polen gebremst. Insbesondere die Polen konnten das von 1605-1613 durch Thronwirren und Unruhen geprägte Russland Anfang des 17. Jhdt. für wenige Jahre lang besetzen und beherrschen, bis die Dynastie der Romanows 1613 an die Macht kam.
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