Karl I., der Großneffe von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich, war bei der Geburt am 17.8.1887 in Persenburg, Niederösterreich, von einer Thronfolge weit entfernt und wurde unpolitisch erzogen.
Nach dem Selbstmord des Kaisersohnes Rudolf 1889 immer noch in der zweiten Reihe, rückte der Mord an Erzherzog Franz Ferdinand 1914 den jungen Offizier ganz nahe an den Thron, denn mit dem Ableben seines hochbetagten Onkels musste jederzeit gerechnet werden.
Am 21.11.1916 kam Karls Stunde in schwerster Zeit: Österreichs Kraft war im Ersten Weltkrieg verschlissen, das Vielvölkerreich bröckelte an den Rändern, Wien war auf Gedeih und Verderb an die noch immer vom 'Siegfrieden' träumenden Deutschen gekettet.
Dennoch versuchte der neue Herrscher, als Karl IV. gleichzeitig König von Ungarn, Alles, um zu einem Friedensarrangement mit den Westmächten zu kommen.
Alle Versuche aber scheiterten an zu hohen Forderungen, ungeschicktem Taktieren (z.B. Teilnahme am Diktat von Brest-Litowsk gegenüber dem geschlagenen Russland) und an den Bündnisfesseln.
Auch innere Reformen kamen zu spät, so dass Karl am 11.11.1918 für Österreich und am 13.11.1918 für Ungarn abdankte, ohne allerdings für die Dynastie der Habsburger auf den Thron zu verzichten.
Nach zwei gescheiterten Restaurationsversuchen von 1921 auf die Insel Madeira verbannt, starb Karl am 1.4.1922 in Funchal.
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